Norddeutsche Liebe zum Reetdach

In vielen deutschen Landschaften kennt man Reetdächer. Vielfach werden diese jedoch besonders mit dem Nord- und Ostseeküstenraum in Verbindung gebracht, wo man zum Beispiel in Nordfriesland vollständig reetgedeckte Gebäude oder auch die Reeteindeckung ostfriesischer Gulfhöfe findet. Auch das für Nordfriesland typische Uthlandfriesische Haus ist traditionell mit einem Reetdach versehen.
In den letzten Jahrzehnten hat die Beliebtheit der Reetdachhäuser zu vielen Neubauten unter Reet geführt. Im gesamten deutschen Nord- und Ostseeküstenbereich sind kleinere Siedlungen mit Reetdächern und viele Solitärbauten neu entstanden.
In einigen Orten, wie etwa Kampen auf Sylt, gibt es Satzungen, die die ausschließliche Verwendung von Reet, also die so genannte „Weichbedachung“ vorschreiben. In den Nachbarorten Keitum und Wenningstedt gibt es Ortsteile oder Bereiche, in denen ebenfalls ausschließlich Reetdächer gebaut werden dürfen.

Auf der Halbinsel Eiderstedt werden die markanten großen Bauernhäuser, die Haubarge, traditionell mit Reet gedeckt. Die Reet- oder Rohrdachdeckerei ist ein eigener Handwerkszweig, so dass es im norddeutschen Raum spezielle Reetdachdecker gibt, die ausschließlich diese Dächer erstellen und reparieren.

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